Treppentechnik

Nach der Unfallstatistik der gewerblichen Berufsgenossenschaften ereignen sich jährlich etwa 60.000 meldepflichtige Unfälle an oder auf Treppen.

Davon führen ca. 2.000 Unfälle zu bleibenden Körperschäden.

Rund 40 Treppenstürze pro Jahr enden tödlich. Quelle: Treppen – VBG

Notwendige Treppen

Das Bauordnungsrecht unterscheidet zwischen notwendigen und nicht notwendigen Treppen. Nach DIN 18065 Gebäudetreppen sind notwendige Treppen als Bestandteile des Rettungsweges zum Verlassen nicht ebenerdiger Geschosse zwingend erforderlich.

Aus diesem Grund muss sichergestellt sein, dass diese Treppen je nach Anzahl der auf sie angewiesenen Benutzer in ausreichender Zahl und Abmessung vorhanden sind und aus nicht zu großer Entfernung sicher erreicht werden können.

Weitere Treppen können erforderlich sein, falls die Rettung von Menschen gefährdet wäre.

Unabhängig von der Zuordnung einer Treppe muss auf die verhältnismäßig große Bandbreite für den Auftritt und die Steigung unter Berücksichtigung des Schrittmaßes hingewiesen werden und auf den verantwortlichen Gebrauch dieses Spielraums.

Unbedingt zu beachten ist die in §3 der Musterbauordnung verlangte Anforderung, dass Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten sind, dass sie die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere das Leben und die Gesundheit nicht gefährden.

Die einzelnen Landesbauordnungen (LBO) enthalten darüber hinaus Angaben zur Ausführung von Treppen hinsichtlich ihrer Brandsicherheit, da sie im Gefahrenfall als Fluchtwege dienen.

Je nach Größe und Nutzung eines Gebäudes sowie der Anzahl und Fähigkeiten der darin zu erwartenden Personen sind die Vorschriften mehr oder weniger streng. Ausgenommen von diesen Regelungen sind nur die Haupttreppen in Ein- und Zweifamilienhäusern.

In Gebäuden mit mehr als drei Vollgeschossen verlangen die Landesbauordnungen in der Regel ein allseits räumlich geschlossenes, innen liegendes Treppenhaus, das an der Gebäudeaußenseite angeordnet ist und ein Fenster besitzt.

In Hochhäusern sind mindestens zwei voneinander getrennte Treppenräume mit einer Laufbreite von mindestens 1,25 Meter erforderlich. Ist der Ausgang in einem Gebäudeteil angeordnet, dessen Höhe unter 22 Meter beträgt, muss eines der Treppenhäuser nicht bis ins Erdgeschoss führen.

Eine weitere Forderung ist, dass notwendige Treppen nicht mehr als 35 Meter von jedem Punkt des Gebäudes entfernt sein dürfen. In Gebäuden, wo mit Kindern oder Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit zu rechnen ist wie beispielsweise in Kindergärten, Krankenhäusern oder Altenheimen gelten höhere Sicherheitsvorschriften für Handläufe, Steigungsverhältnis und Stufenausbildung. Dagegen gelten für Kleingebäude und Industrieanlagen, die eine eigene Werksfeuerwehr besitzen, Erleichterungen von den Vorschriften.

Stufenhöhen/Treppenmaße nach DIN 18065 berechnen

Die natürliche Schrittlänge als Grundlage


Die Schrittmaßregel ist die wichtigste Formel für jeden Handwerker, der sich mit Treppenbau beschäftigt. Neben Tischlern und Treppenbauern sind dies vor allem Betonbauer und Maurer. Nur eine in der Schrittmaßregel hergestellte Treppe genügt der DIN 18065 und hat damit die notwendige Sicherheit beim Auf- und Abgehen.

Die Grundlage von der Schrittmaßregel ist die durchschnittliche Schrittlänge von einem erwachsenen Menschen.

Obwohl die Körpergrößen von Menschen mit 1,60 m – 1,90 m eine recht große Spreizung in der Durchschnittsgröße bilden, bleibt die Schrittlänge mit ca. 61 – 65 cm relativ konstant.

Deshalb hat man in der DIN 18065 eine Schrittlänge von 63 Zentimetern als Durchschnitt festgelegt.

Von diesem Maß bauen die Steigung und das Seitenverhältnis einer Treppe auf.

Schrittmaß in einer Treppe

Treppen sind so ausgelegt, dass sie von einem gesunden, Erwachsenen Menschen durchgehend betreten werden können. Das bedeutet, dass mit einem Schritt normalerweise zwei Stufen überwunden werden. Diese Bauweise erlaubt zusätzlich den „Trippelschritt“.

Dies ermöglicht auch älteren und gehbehinderten Personen, eine Treppe zu benutzen. Dabei wird Stufe für Stufe mit beiden Füßen erklommen.

Ausgehend von der durchschnittlichen Schrittlänge muss diese also in zwei Steigungen und einem Auftritt zerlegt werden. Eine einfache Teilung durch drei würde die Steigungen und den Auftritt gleich groß werden lassen.

Bei 63 cm: 3 = 21 cm hat sich aber herausgestellt, dass die Stufen immer noch etwas zu steil und der Auftritt etwas zu schmal ist, um die Treppe bequem benutzen zu können. Deshalb hat man die Steigung um drei Zentimeter reduziert und den Auftritt um sechs Zentimeter verbreitert.

Die Normgröße für eine Treppe ist deshalb:


18 Zentimeter pro Steigung, 27 Zentimeter pro Stufenbreite.

Um vor Ort mehr Flexibilität zu erreichen wird diese starre Vorgabe aber durch eine leichte Varianz erweitert.

Die Stufenbreite bzw. der Auftritt soll zwischen 23 – 29 cm liegen.

Dennoch muss die Summe aus zwei Steigungen plus einen Auftritt immer zwischen 59 und 65 Zentimetern liegen. Darum wird zwar eine Varianz gestattet, diese schreibt dann aber zwingend die Maße der jeweils anderen Komponente vor. Festgelegt sind deshalb diese Verhältnisse von Stufenhöhe zu Stufenbreite: 17/29 – 17,5/28 – 18/27 – 18,5/26 – 19/25 – 19,5/24.

Dieses Maß findet sich in allen normalen, geraden oder Podesttreppen wieder.

Bei Wendeltreppen hat sich das starre Festhalten an diesem Maß als unpraktisch erwiesen. Darum ist bei gewendelten oder gebogenen Treppen eine leichte Abweichung vom Standard-Maß erlaubt.

Rohbaumaß ermitteln

Nun ist es relativ einfach, sich die Treppe so zu berechnen, dass sie ein dauerhaftes Benutzen möglich macht. Doch auf diesem Weg lauern noch einige Fallen.

Grundsätzlich misst man von Oberkante Rohfußboden bis Oberkante Rohfußboden der nächsten Etage, um das Überwindungsmaß zu erhalten. Der erste Fehler den man hier machen kann ist, die Dicke der Geschossdecke nicht zu berücksichtigen.

Darum: Immer von Oberkante bis Oberkante messen!

Die normale Raumhöhe in einem Einfamilienhaus beträgt mindestens 2,10 Meter, die Regel ist aber ein Maß zwischen 2,20 und 2,50 Meter. Raumhöhen von nur zwei Metern oder weniger werden von den Bewohnern meist als bedrückend und unangenehm empfunden, auch wenn sie selbst wesentlich kleiner als 2,00 Meter sind. Die Dicke einer Beton-Zwischendecke beträgt bei normalen Einfamilienhäusern zwischen 16 und 20 cm.

So erhält man ein Rohbaumaß von 2,40 Meter bis 2,70 Meter, welches von der Treppe überwunden werden muss.

Berechnung der Treppenstufen

Dieses Maß lässt sich nun einfach durch die vorgegebenen Normhöhen für Treppenstufen teilen. Ausgehend von einer lichten Rohbauhöhe von 2,70 Meter kommt man also auf eine Stufenzahl von:

270 cm: 17 cm/Stufe = 15,88 Stufen

17 cm/Stufe = 15,88 Stufen

Da aber niemals mit Teilstufen gearbeitet wird, geht man nun von 16 Stufen mindestens aus. Nun nimmt man nochmals die lichte Rohbauhöhe und teilt sie durch die ermittelte Anzahl von 270 cm: 16 = 16,875 cm

Treppenstufen:

16 = 16,875 cm

Damit erhält man die Höhe einer einzelnen Treppenstufe.

Mit Hilfe der Schrittmaßregel 2 x S + A = 63 cm lässt sich nun die Breite der Auftrittsfläche berechnen:

16,875 cm x 2 + A = 63 cm
3 16,875 cm x 2 + A = 63 cm
33,75 + A = 63 cm
A = 63 cm – 33,75 cm = 29,25 cm3,75 + A = 63 cm
A = 63 cm – 33,75 cm = 29,25 cm

Da man aber nun weiß, dass die fertige Treppe 16 Stufen haben wird und jede Stufe bis auf die letzte eine Breite von 29,25 cm haben wird, kann nun auch die Treppenlänge ermittelt werden:

15 x 2 15 x 29,25 = 438,75 cm oder 4,39 Meter 9,25 = 438,75 cm oder 4,39 Meter

Diese Länge muss das Treppenloch mindestens haben, um die Treppe gefahrlos betreten zu können ohne sich dabei den Kopf anzustoßen.

Rohbaumaß ist nicht Fertigmaß!

Dieses Verfahren ist gut für vorübergehend eingebaute Bautreppen oder für nachträglich eingebaute Holz- oder Stahltreppen sinnvoll.

Für Betontreppen ist hier aber Vorsicht angesagt, denn man kann sich jetzt sehr leicht einen Baufehler einhandeln.

Es kommt noch ein weiterer Faktor erschwerend hinzu: Die Treppe muss die Normregeln im endgültigen Einbauzustand haben, nicht bereits im Rohbau!

Sowohl die Böden als auch die Treppe selbst werden im Regelfall noch belegt, so dass sich sämtliche Höhenverhältnisse verändern.

Bekommt der untere Geschossboden beispielsweise einen Estrich mit Einbauheizung und die obere eine starke Bodenisolierung, dann stimmen sämtliche Maße nicht mehr.

Auch eine Beschichtung der Treppen mit dicken Marmor-Platten ergibt andere Stufenhöhen als eine Dünnbeschichtung aus Fliesen oder PVC.

Es ist daher wichtig, im Vorfeld exakt zu wissen, wie die Treppen und die Böden noch belegt werden sollen.

Die Höhe der Beläge muss in die Berechnung der Treppen mit einfließen.

Vergisst man auch nur einen Faktor, wird die Treppe konstruktiv so falsch werden, dass meistens nur ein Rückbau möglich ist. Eine einzige zu tiefe oder zu hohe Treppenstufe macht die gesamte Treppe sehr unsicher und wird zu einer ständigen Gefahrenquelle.

Nicht notwendige Treppen

Im Unterschied zur notwendigen ist die nicht notwendige Treppe nach Baurecht eine „zusätzliche Treppe, die gegebenenfalls auch der Hauptnutzung dient“.

Da sie außerdem kein Fluchtweg ist, bestehen geringere Anforderungen an ihre Ausbildung.

So dürfen nicht notwendige Treppen mit einem Steigungsverhältnis von über 45° ausgebildet sein und innerhalb von Wohnungen nutzbare Laufbreiten zwischen 50 cm und 80 cm besitzen.

Die genauen Treppenmaße und Einsatzbereiche sind in der DIN 18065 Gebäudetreppen – Begriffe, Messregeln, Hauptmaße geregelt.

Für den konkreten Fall sind außerdem die Angaben der einzelnen Landesbauordnungen (LBO) zu berücksichtigen.

  • Treppen, die in Ergänzung zu einer Haupttreppe innerhalb eines Wohngebäudes mit bis zu zwei Wohnungen liegen
  • Treppen innerhalb einer Wohnung, die eine Fluchttreppe haben
  • Treppen, die in anderen als Wohngebäuden (z.B. Büros, Verkaufsräumen) neben einer Haupttreppe, die als Fluchtweg dient, als interne Verbindung nicht für den öffentlichen Gebrauch bestimmt sind
  • Boden-, Leiter- und andere Steiltreppen. Quelle Baunetzwissen


Digitale Vermessung – Produktions-unterlagen – Bautechnische Beratung – Montageplanung

TREPPEN OPTIMIERUNG – SCHABLONEN

SERVICE für das Aufmessen von

Naturstein Treppen und Arbeitsplatten


Ein falsches Aufmaß führt zur falschen Planung und zur falschen Bestellung:

Einbauprobleme, Zeitverzögerungen, nicht geplante Kosten sind die Folge.

Das Aufmaß einer Naturstein-Treppe oder einer Küchenarbeitsplatte ist nicht ohne Risiko.

Stimmen die Maße nicht – hat man eine Kleinigkeit nicht bedacht, kommt es schnell zu großem Schaden.

Ein weiteres Risiko – wie kalkuliere ich meinen Aufwand für das Aufmaß?

Ein drittes Problem: wie groß ist der Aufwand, um eine nicht “perfekte” Unterkonstruktion oder Rohbautreppe auszugleichen?

Mit einem zuverlässigen Aufmaß sind diese Risiken ausgeschaltet.

Erfolgt dieses Aufmaß fremd, ist das Risiko beim Ausmessenden.

Ein Aufmaß, wie bisher vom Verarbeiter gemacht, kostet auch viel wertvolle Zeit:

Kontrolle der Gegebenheiten vor Ort – aufnehmen der Maße und Übertragen – eventuelles Fertigen von Schablonen auch noch verbunden

mit dem Risiko von Übertragungsfehlern. Der Aufwand dafür ist vorab oft kaum zu kalkulieren.

Das Fertigen von Schablonen entfällt in den allermeisten Fällen, da die Fertigungsvorbereitung und auch der Versandt der Fertigungsdaten dann am PC erfolgt.

Natursteinproduzenten mögen Schablonen gar nicht mehr, da der Umgang mit ihnen auch viel mehr Arbeitsaufwand bedeutet.

Sie bekommen anschließend perfekte Ausführungsunterlagen in die Hand.

Mit dem von uns vermittelten Aufmaß Service gewinnen Sie sehr viel Sicherheit, sparen Sie

Zeit und können sich auch an Projekte wagen, die Ihnen vielleicht bisher zu gefährlich oder unüberschaubar erschienen.

Das gilt vor allem auch im Zusammenhang mit unserer hochmodernen Natursteinfertigung im Team.

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung und erfahren Sie mehr über unsere Leistungen in Bereichen Aufmaß und Bestandsaufnahme

Freitragende Granittreppen

Freitragende Treppen aus Stein haben eine klassische, wertvolle Ausstrahlung.

Unsere freitragenden Treppen vermitteln Ihnen wegen des leichten und eleganten Erscheinungsbildes gepflegte und gemütliche Wohnkultur.

Ob die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten begrenzt sind oder groß- zügig genutzt werden können, unsere Tragbolzentreppen werden individuell gefertigt und eingebaut.

Die freitragende Granittreppe erfüllt statische Bedeutung.

Die Statik wird von den Granitplatten selbst erbracht.

Hierzu verwendet man zwei, in der Regel 3 cm dicke (3+3 cm) 6,0 cm,

mit einem Netz dazwischen verklebte Granitplatten.

Die Treppenstufen werden durch Bolzen und/oder Wandanker gehalten.

Diese Treppenkonstruktionen sind meistens von allen Seiten sichtbar.

Die Platten für freitragende Granittreppen werden daher von allen Seiten poliert und gefast.

Bei der Größe der Granitplatten für freitragende Treppen sind aus statischen Gründen Grenzen gesetzt.

Bolzensystem der Fa. Thumm

Vorteile von Bolzentreppen

  • bauaufsichtliche Zulassung des deutschen Institutes für Bautechnik
  • optimale Nutzung des vorhandenen Treppenhauses
  • sehr solide Konstruktion
  • große Gegenstände lassen sich problemlos über Bolzentreppen transportieren
  • keine Knarrgeräusche durch Trittschall gelagerte Stufen
  • einfache Pflege und Reinigung
  • beschädigte Stufen von Bolzentreppen lassen sich in Minuten wechseln

Freitragende Holztreppen

Zweibolzentreppe – von Natur aus leicht

Bolzentreppen zeichnen sich besonders durch ihr klares und offenes Konzept aus.

Die Kombination aus schlichter Eleganz und raffinierter Konstruktion verleiht der Treppe eine Leichtigkeit, die sich auf den gesamten Raum überträgt.

Zweibolzentreppen bieten Eleganz und Leichtigkeit – gewährleisten ein Maximum an Sicherheit. Neben geräuschhemmenden Eigenschaften werden statische Werte erzielt, die die in der Praxis vorkommenden Beanspruchungen weit übertreffen.

Charakteristisch für Bolzentreppen ist die wandseitige Lagerung der Treppenstufen auf schallgedämmten Wandbolzen sowie die handlauftragende Aufhängung der Stufen auf der Freiseite.

Die freitragenden Treppenstufen sind verleimt, sauber geschliffen, mit gerundetem Kanten und mehrfach versiegelt.

Die Stufen werden bei dieser Treppe mit Bolzen direkt in der Wand befestigt. Die gummiumlagerten Bolzen tragen zur Dämmung des Trittschalls bei.

Alternativ kann eine halbgestemmte Treppenanlage mit einer Wandwange gewählt werden, falls die Wandbeschaffenheit nicht tragend sein sollte.

Bei der freitragenden Bolzentreppe sind deutlich mehr Geländervarianten möglich und können ihren Vorlieben angepasst werden.

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Gerne beraten wir Sie persönlich.

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